Regierungssprecher Steffen Seibert teilte mit, dass der russische Regierungskritiker Alexej Nawalny zweifelsfrei mit dem Nervenkampfstoff „Nowitschok“ vergiftet worden sei. Dies rief in Deutschland und im Ausland viele Politiker auf den Plan, gegen Russland gerichtete Konsequenzen zu fordern.
Dr. Maximilian Krah, Außenhandelspolitischer Sprecher unserer Delegation im EU-Parlament, äußert sich hierzu wie folgt:
„Noch ehe überhaupt Beweise geliefert werden, scheint der Schuldige an der Vergiftung Nawalnys bereits ausgemacht zu sein: Russland. Offenbar sind einige Politiker mental im Kalten Krieg hängengeblieben und leben ihre antirussischen Ressentiments aus, sobald sich hierzu die Gelegenheit bietet. So kann man keine seriöse Außenpolitik gestalten.
Ob die Anschuldigungen gegen den Kreml plausibel sind, darf zumindest bezweifelt werden, denn die nun laut zu vernehmenden und von vornherein zu erwartenden Forderungen nach schärferen Sanktionen und einem Stopp von Nord Stream 2 sind nicht im Interesse Moskaus – aber auch nicht in unserem.
Fakt ist, dass Alexej Nawalny in Russland unzählige Feinde hat. Es ist ungeklärt, wer ihn vergiftete. Auf einer solch dünnen Faktenbasis die deutsch-russischen Beziehungen aufs Spiel zu setzen ist unverantwortlich und schadet beiden Ländern. Gute Beziehungen zu Russland sind in unserem Interesse. Dem wäre ein Abbau bestehender, statt ein Verhängen neuer Sanktionen zuträglich.“