Christine Anderson, unsere Sprecherin für Digitalisierung im EU-Parlament, und
Dr. Gunnar Beck, unser Wirtschaftspolitischer Sprecher, haben schon vor Wochen davor gewarnt, die Corona-Pandemie zum Anlass zu nehmen, das Bargeld abzuschaffen.
Während der Corona-Pandemie wurde und wird vielen Unternehmen empfohlen, die Bezahlung mit Kreditkarten gegenüber der Bargeldbezahlung vorzuziehen. Begründet wird dies mit einer angeblich geringeren Infektionsgefahr durch bargeldloses Zahlen. Auch das EU-Parlament schürt diese Hysterie: In den Gebäuden des Parlaments ist Bargeldzahlung mittlerweile nicht möglich.
Anderson und Beck wiesen in ihrer Anfrage vom 24. April auf Studien hin, die widerlegen, dass die Infektionsgefahr durch Kreditkartenzahlung geringer sei: ,,Kreditkartenterminals weisen teilweise eine deutlich höhere Keimbelastung auf, als öffentliche Bahnhofs-Toiletten. Und dafür, dass das Corona-Virus über das Bargeld übertragen werden kann, gibt es keinerlei Beweise. Im Gegenteil deutet vieles darauf hin, dass das Virus auf einer Oberfläche mit der trockenen Struktur einer Bargeldnote nicht lange überleben kann.‘‘
Daher stellt sich die Frage, weshalb das EU-Parlament die Pandemie nutzt, um im eigenen Hause das Bargeld abzuschaffen. Selbst Paolo Gentiloni, EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung, musste in seiner Antwort auf die Anfrage zugeben: ,,Zur Zeit liegen allerdings nur wenige Forschungsergebnisse zu der möglichen Ausbreitung des SARS-COV-2-Virus durch Bargeld vor.‘‘
Christine Anderson hat EU-Parlamentspräsident David Sassoli mit unseren Nachforschungsergebnissen konfrontiert. Seine Antwort überrascht: Die Kartenzahlung soll in erster Linie dazu dienen, die Wartezeiten an den Kassen zu reduzieren. Aha!
Anderson und Beck konstatieren: ,,Die EU hat sich auf die Fahnen geschrieben, gegen Desinformation vorzugehen. Offenbar tut sie das nur dann, wenn dies in ihrem Interesse ist, und verbreitet diese unterschwellig weiter, wenn dies ihren Zielen dient. Zu den über das Bargeld kursierenden Fake-News, die die Panik der Bürger weiterbefördern, hüllt sie den Mantel des Schweigens.
Corona darf nicht zum Anlass genommen werden, auf Basis von fragwürdigen Medienberichten das Bargeld sukzessive abzuschaffen. Bargeld ist geprägte Freiheit. Es schützt die Bürger vor einem übergriffigen, kontrollwütigen und gierigen Staat, der uns mittels Negativzinsen enteignet. Wir fordern von der EU ein klares Bekenntnis zur uneingeschränkten Bargeldnutzung.’’