Zur Krise in Berg-Karabach, in deren Folge es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen armenischen und aserbaidschanischen Streitkräften und einer Verlegung türkischer Truppen nach Aserbaidschan kam, äußert sich

Lars Patrick Berg, unser Außenpolitischer Sprecher im EU-Parlament, wie folgt:
„Die Angriffe der aserbaidschanischen Streitkräfte in Berg-Karabach sind ungerechtfertigt und aufs Schärfste zu verurteilen. Aserbaidschan stimmte einem von der OSZE begleiteten politischen Prozess zu, der die Wogen in der Region glätten sollte, aber offenbar kommt nur Armenien seinen Verpflichtungen nach. Die internationale Gemeinschaft muss zusammenkommen, um einen Rückzug Aserbaidschans und eine Rückkehr zu den internationalen Vereinbarungen zu erzwingen.
Ankara wiederum hat mit starken inneren Problemen zu kämpfen, während die eigenen imperialen Ansprüche immer größer werden: Die militärischen Provokationen im Mittelmeer gegenüber Griechenland und Zypern nehmen zu, syrische Milizen werden in Libyen eingesetzt und nun scheint Erdogan seine Verbündeten in Baku anzustacheln, indem er Truppen nach Aserbaidschan verlegt.
Das sind beunruhigende Entwicklungen, die dem Umstand geschuldet sind, dass man Ankara bisher höchstens Konsequenzen androht, aber keine Fakten schafft, sodass Erdogan schalten und walten kann, wie er will. Hinzu kommen historisch gewachsene Ressentiments gegen das armenische Volk – bis heute erkennt die Türkei den Völkermord an den Armeniern nicht an. Für ein stolzes Volk wie das der Armenier ist das ein untragbarer Zustand.“