Während der Anhörung im Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments stimmte José Manuel Campa, Vorsitzender der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde, unserem Wirtschaftspolitischen Sprecher Dr. Gunnar Beck zu, dass die Geldpolitik der EZB die Rentabilität der Banken beeinflusst. Er fordert die Banken auf, die Kosten weiter zu senken, um ernsthafte Solvabilitätsprobleme zu vermeiden.
„Natürlich ist Herr Campa nicht so weit gegangen, die Niedrigzinspolitik der EZB zu verurteilen, die nicht nur die Rentabilität der Banken verringert, sondern in der Folge auch die Kosten für Sparer, insbesondere für junge Menschen und ältere Mitbürger, erhöht.“ sagt Beck.
Und weiter: „Es ist zu einfach, Banken zu bitten, Kosten zu senken. Dies bedeutet höhere Gebühren für die Kunden und führt zu mehr Entlassungen im Bankensektor. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde bleibt blind für die sozialen Auswirkungen der EZB-Politik.“
Beck abschließend: „Während deutsche Banken und Versicherungsunternehmen die Gebühren ihrer Kunden erhöhen müssen, wurden die Anforderungen an die Sicherheiten für schlecht verwaltete Banken, hauptsächlich in Südeuropa, gelockert. Darüber hinaus erhalten diese Banken von der EZB besonders hohe Subventionen, da sie unter bestimmten Umständen Kredite bei der EZB für -1% bekommen können. Dies bedeutet, dass Banker, die sich durch schlechtes Risikomanagement und unternehmerisches Unvermögen auszeichneten, von der EZB dafür belohnt werden, indem ihnen besonders vorteilhafte Refinanzierungskonditionen eingeräumt werden.“