Dr. Sylvia Limmer nimmt Stellung zum Beinahe-Blackout in Europa:
„Am letzten Freitag, den 8. Januar 2021 ist Europa zum wiederholten Mal nur knapp an einem sogenannten großen ,Blackout’ vorbei geschrammt. Gegen 13 Uhr kam es zu einem massiven Abfall der Netzfrequenz und einer Netzaufsplittung im europäischen Verbundsystem. Der Normalbereich (49,8 – 50,2 Hz) wurde dabei erstmals seit dem 4. November 2006 mit 49,746 Hz unterschritten und stellt damit die zweitschwerste Großstörung im europäischen Verbundsystem (ENTSO-E RG-CE) dar. Zu dieser Zeit lieferten die ,erneuerbaren’ Energien in Deutschland gerade einmal die für Januar durchaus typischen 6,5 Prozent an Windstrom und 3,2 Prozent an Solarstrom bei einer Netzlast von 66,26 Gigawatt zu diesem Zeitpunkt.
Die für die Steuerung der Netzstabilität vorgesehenen Maßnahmen, der Einsatz von positiver Regelenergie innerhalb von Sekunden kann von den Erneuerbaren nicht geleistet werden. Nicht, weil sie sich so unplanbar wie das Wetter eben nicht auf Knopfdruck zuschalten lassen und schon gar nicht, wenn wie am 8. Januar schlicht kaum vorhanden sind.
Und nun soll ausgerechnet diese volatile Form der Energieerzeugung die Hauptrolle in unserem zukünftigen Stromversorgungssystem spielen. Damit werden, wie sich inzwischen zeigt, die Netzstörungen und Netzeingriffe drastisch zunehmen. Auch deshalb, weil die Anfälligkeit des Systems durch die steigende Komplexität durch dezentrale Stromeinspeisungen deutlich zunimmt.
Dabei tragen die ,Erneuerbaren’ keineswegs zu einer Reduktion der bereitgestellten Leistung konventioneller Kraftwerke bei. Das Gegenteil ist der Fall.
Durch die Vorrangeinspeisung der ,erneuerbaren’ Energien deutlich weniger rentable konventionelle Kraftwerke müssen weiterhin bereitstehen, um die erheblichen Schwankungen dieser Energieerzeugung ausgleichen zu können. Für jedes installierte Windstrom-Gigawatt gibt es ein konventionelles Pendant.
Trotz – oder besser gesagt wegen – 20 Jahre massiver Subventionen der Erneuerbaren, derzeit 30 Milliarden Euro pro Jahr, ist Deutschland weiter denn je entfernt davon, die für eine funktionierende Wirtschaft unabdingbare Netzstabilität gewährleisten zu können.“