Der grauenvolle, barbarische Terrorakt in einer katholischen Kirche in Nizza, bei der eine wehrlose 60-jährige enthauptet, eine weitere 44-jährige Frau (dreifache Mutter!) sowie ein 55-jähriger Mann erstochen wurden, sollte Anlass genug sein, zu hinterfragen, was den frisch ins Land gekommenen Täter zu seiner Wahnsinnstat antrieb.
Der Mörder weilte bekanntlich bis zum Spätsommer dieses Jahres noch in seinem Heimatland Tunesien, bevor er sich dann entschloss, illegal nach Europa einzuwandern: Am 20. September gelangte er gemeinsam mit etwa 20 Landsleuten auf die italienische Insel Lampedusa, kam dann nach zwei Wochen auf einem italienischen Quarantäneschiff sowie der Aufforderung der Italiener, das Land zu verlassen, problemlos nach Frankreich; dort beging er dann innerhalb nicht einmal eines Monats seine fürchterliche Mordtat in jener Kirche in Nizza – so lauten die Stationen des Täters Brahim Aouissaoui auf unserem Kontinent.
Eine „Resonanztat“ auf die Enthauptung des Lehrers Samuel Paty sei das, so hört man nun.
Zur Resonanz auf jenen barbarischen Akt gehörte auf internationaler Ebene zunächst, dass der französische Staatspräsident Macron dem Islamismus in seinem Land klipp und klar den Kampf ansagte, woraufhin der türkische Präsident Erdogan – fraglos einer der zentralen Anführer der islamischen Welt – gegen ihn in abenteuerlicher Weise wütete: Macron solle seinen „geistigen Zustand überprüfen“ lassen – offenbar hält Erdogan seinen französischen Amtskollegen für verrückt geworden; zugleich empfahl er einen Boykott französischer Waren durch islamische Kunden.
Das aber war erst der Auftakt zu einer wahren Tirade an üblen Beschimpfungen in Richtung der europäischen Politik:
„Ihr seid im wahrsten Sinne des Wortes Faschisten. Die Muslime erleben heute eine ähnliche Lynchkampagne, wie sie gegen Juden in Europa zur Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg geführt wurde.“
Und um die Absurdität seines vollkommen geschichtsvergessenen Vergleichs noch auf die Spitze zu treiben, bezeichnete er europäische Politiker dann noch als „Kettenglieder der Nazis“.
Wundert es da wirklich, dass ein fanatisierter Islamist wie jener Brahim Aouissaoui, frisch ins Land gekommen aus Tunesien und damit auch ohne jede Bindung an Frankreich, sich aufgefordert fühlte, einen brutalen Terrorakt durchzuführen und „Ungläubige“ förmlich abzuschlachten?
Erdogans Ausfälle waren übrigens nicht nur gegen Frankreich gerichtet: Er nahm auch die Durchsuchung einer Berliner Moschee (aufgrund des im Raum stehenden Verdachts auf Subventionsbetrug wegen zu Unrecht beantragter Corona-Soforthilfen durch führende Mitglieder eines Berliner Moscheevereins) zum Anlass, gegen deutsche Politiker und Behörden zu wüten und diesen Islamfeindlichkeit vorzuwerfen.
Es ist wirklich unglaublich, was dieser Mann sich erdreistet: Wie, bitteschön, wird denn in seiner Türkei mit Christen umgegangen? Während Muslime in den Ländern der EU häufig Sonderrechte für sich einfordern (und zunehmend leider auch durchsetzen), müssen Christen in der Türkei mittlerweile um ihr Leben fürchten. Einen maßgeblichen Anteil hieran hat das in religiöser Hinsicht zunehmend intolerante Klima, welches Erdogan während seiner Präsidentschaft systematisch geschürt hat.
Es sei in diesem Zusammenhang auch noch einmal daran erinnert, dass Erdogan sich weigert, einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus zu sehen; ich zitiere den türkischen Staatspräsidenten:
„Es gibt keinen Islam und Islamismus. Es gibt nur einen Islam. Wer etwas anderes sagt, beleidigt den Islam.“
Nachlesbar ist dieses Zitat Erdogans beispielsweise im Buch „Grenzen der Religionsfreiheit am Beispiel des Islam“ des Staatsrechtsprofessors Karl Albrecht Schatzschneider auf S. 78.
Erdogan steht damit für die Inkompatibilität seiner Positionen mit den europäischen Werten der Aufklärung. Gegenüber Menschen, die solche Positionen vertreten, darf es keine falsche Toleranz geben – und erst recht keine Aufnahme in die EU, die Erdogan auch schon einmal als „Christenclub“ verhöhnte.
Anstatt also die sich schon viel zu lange hinziehenden Beitrittsverhandlungen mit der nicht in den europäischen Kulturkreis gehörenden Türkei fortzusetzen, …
… anstatt tatenlos zuzusehen, wie unsere Länder mit Islamisten unterwandert werden, die aus der Türkei gesteuert werden, …
… anstatt weiterhin das imperiale Gehabe dieses Herrn dadurch zu unterstützen, dass man seinem Land den Beitritt in die EU in Aussicht stellt, …
… und anstatt ihm weiterhin Milliarden an sogenannten „Beitrittshilfen“ zukommen zu lassen, kann es nach den jüngsten Ausfällen Erdogans längst schon, aber nun ganz sicher nur noch eine Konsequenz geben:
Nämlich den sofortigen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen.