Unser Abgeordneter Markus Buchheit mit einem klaren Plädoyer für Nord Stream 2:
Monatelag ruhte das Pipeline-Projekt, das den Bau eines zweiten Rohrsystems vom russischen Festland nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern umfasst. Doch jetzt ist wieder Bewegung in das gigantische Energieversorgungsprojekt gekommen.
Die dänische Energieverwaltung (Energistyrelsen) teilte mit, dass sie der Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG, einer PJSC Gazprom-Tochter, am 1. Oktober 2020 die Genehmigung zum Betrieb der Nord Stream 2-Pipelines erteilt habe.
Die Finanzierungspartner der Nord Stream 2 AG, die Firmen ENGIE, OMV, Shell, Uniper und Wintershall Dea dürften aufgeatmet haben, da nun der letzte Abschnitt, ein 147 Kilometer langer Teil der Pipeline, auf dem dänischen Kontinentalsockel südöstlich von Bornholm durch die Ostsee verlaufen darf. Immerhin mehr als eineinhalb Jahre hatte das Verfahren bis zum positiven Bescheid gedauert.
Nord Stream 2 soll die bereits vorhandene Nord Stream 1-Pipeline ergänzen, denn Nord Stream 1 hat seine Kapazitätsgrenzen mittlerweile erreicht. Nord Stream 2 soll als nun wichtigste Energiebrücke zwischen Ost- und Westeuropa den deutschen, aber auch europäischen Mehrbedarf an Gas decken.
Der Hintergrund für das lange Procedere dürfte besonders darin liegen, dass das Pipeline-Projekt den Amerikanern ein Dorn im Auge ist. Einerseits werden die Eigentümerverhältnisse der Pipeline-Betreibergesellschaften als Provokation empfunden. Ganz wesentliche Motivation für Washington dürfte aber der Wunsch sein, den Hauptkonkurrenten zu ihrem LNG [liquefied natural gas] auszuschalten: statt russischem Erdgas soll die Bundesrepublik, ebenso wie die übrigen EU-Mitgliedsstaaten, ihre künftige Energiepolitik auf die USA als Hauptlieferant für das Fracking-Gas ausrichten. Doch LNG ist teuer, denn es muss in Tankern und in gekühlter, verflüssigter Form nach Europa gebracht werden, und Fracking ist zudem als Explorationsverfahren ökologisch höchst fragwürdig. Dazu kommt, dass die Amerikaner den russischen Anteil von 38 % an den EU-Gasimporten aktuell gar nicht leisten könnten.
Wegen der durch die missratene Energiewende drohenden Versorgungslücke „braucht Deutschland einen stabilen und schwankungsfreien Energie-Ersatz. Sonne und Wind können diesen nicht bieten, Russland rettet daher die deutsche Versorgungssicherheit.“ Und ganz besonders die souveränen Dänen, die sich europäischer zeigen, als die allermeisten EU-Mitgliedsstaaten.
Diesen und weitere Beiträge finden Sie in der dritten Aufgabe unseres Delegationsmagazins „Blick auf Brüssel“: https://www.id-afd.eu/…/Magazin-Afd-EU-2020-3-final-low…